Titanen der Rennbahn Titanen der Rennbahn Titanen der Rennbahn

Landschaft, Tiere, Leute – Schleppjagd der Titanen

Text und Fotos Andreas Trunschke / 22.10.2018, BRAWO am Mittwoch

Brück Zwanzig Reiter nahmen am Wochenende an der neunten Schleppjagd des Kaltblut Zucht- und Sportverein Brück e.V. teil. Bei schönstem Herbstwetter gingen gleichzeitig zehn Kremser vom Gelände der „Titanen der Rennbahn“ auf Tour.

Beide Trosse trafen an verschiedenen Stationen aufeinander, an denen die Begleiter im Kremser das Können von Mensch und Tier bewundern konnten. Mal sprengen die Ross und Reiter über angelegte niedrige Hindernisse, mal ritten die Reiter ganz dicht an den Pferdewagen. Norman Schröder, der als sogenannter Master die Reiter anführte und sowohl Route als auch Tempo vorgab, sah eine Aufgabe seiner Reiter durchaus in der „Belustigung der Insassen der Kremser“. Der eigene Spaß kam bei den Reitern jedoch keinesfalls zu kurz, wie ihre vielen fröhlichen Gesichter zeigten. Überhaupt standen Gemütlichkeit und Gemeinsamkeit im Mittelpunkt des Ausfluges in die Zauche.

Gemeinsam genossen alle die neue Tour, die laut Veranstalter Thomas Haseloff erst durch die lange Trockenheit in diesem Jahr möglich geworden war: „Auf den Wegen an den Brücker Türmen hätten wir sonst mit den Kremsern nicht fahren können.“ Anke de Koning gefiel die neue Strecke ausgesprochen gut: „Sie führt viel an Laubbäumen vorbei, was im Herbst toll aussieht.“ Alle Teilnehmer genossen nicht nur die herbstliche Färbung der in der Sonne leuchtenden Blätter, sondern auch, wie de Konings Mann, der Holländer Fred es ausdrückte, „die Verknüpfung von Landschaft, Tieren und Leuten“. Auffallend war, wie viele Pferde es inzwischen im Umland von Brück gibt. Die Kremser fuhren an einer Pferdekoppel nach der anderen vorbei. „Da hat sich viel getan nach der Wende“, meinte Haseloff. Sein Bruder Burkhard freute noch eine andere Entwicklung, die er ganz frisch nach Brück brachte. Die Titanen werden voraussichtlich wieder am Kölner Karneval teilnehmen. Der dortige Verein hatte das Ansinnen der Tierschutzorganisation Peta zurückgewiesen, Pferdegespanne vom Karnevalszug zu verbannen. „Schauen Sie sich unsere Pferde an“, sagt Burkhard Haseloff, „hier spielt Musik, oben kreist eine Drohne, und die Pferde sind ganz gelassen.“

Ruhiger als bei der letzten Schleppjagd vor zwei Jahren ging es außerdem zu, weil zum ersten Mal die Hundemeute fehlte. Wegen kurzfristiger Absagen, wie Thomas Haseloff berichtete. Vor allem in den Kremsern wurde das bedauert, Schröder konnte dem dagegen durchaus etwas abgewinnen: „Ohne Hunde ist es entspannter für Reiter und Pferde.“ Das kam vor allem denjenigen Reitern zugute, die noch nicht so ganz sattelfest waren.

Höhepunkt der Schleppjagd war das Fuchsgreifen. Eine Reiterin ritt kreuz und quer mit einem Fuchsschwanz in der Hand über die Wiese und lies diesen für die anderen Reiter möglichst unerwartet irgendwo fallen. Wer von den Reitern ihn zuerst hatte, ist Sieger.

Der Tag klang mit dem humoristisch angelegten Jagdgericht, bei dem kleinere tatsächliche oder angenommene Verstöße während der „Jagd“ mit einer kleinen Geldbuße zugunsten des veranstaltenden Vereins geahndet wurden, sowie mit einem gemeinsamen Essen und viel Musik aus.

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