Titanen der Rennbahn Titanen der Rennbahn Titanen der Rennbahn

Mit zwei PS durch den Tiefschnee

Die „Titanen der Rennbahn“ in fremden Gefilden. Sie gaben ihr Debüt bei einer Historischen Schlittengala. Eine Herausforderung für Kutscher und Tiere.

Abtenau/Brück

Der Schnee knirscht unter den Kufen und die Glöckchen an den geschmückten Rössern läuten. Dazu reichlich Sonnenschein über den Gipfeln der Alpen als exklusive Kulisse. Der Kaltblut Zucht- und Sportverein Brück e. V. hat dieser Tage sein buchstäblich gefeiertes Debüt im Salzburger Land gegeben. Er gehörte zu den 39 Teilnehmern an der Historischen Pferdeschlittengala. Hotelier und Rosserer Peter Galler lädt dazu immer nach Abtenau ein. Neben Bernd Warmeling aus Steinhagen (Nordrhein-Westfalen) hielten Thomas Haselhoff und seine Mitstreiter die deutsche Fahne dort hoch.

„Eigentlich lautet die Bedingung, dass ein mindestens 100 Jahre altes Gefährt gezogen wird. Doch unser hiesiger Schlitten ist erst etwa 80 Jahre alt“, berichtet der Vereinschef. Doch hätten Hans und Heid Schefbänker sich sehr gewünscht, dass jene Pferde aus dem Planestädtchen, die sie von den Besuchen des alljährlichen Spektakels „Titanen der Rennbahn“ kennen, ihr originales Gefährt durch die romantische Winterwunderwelt ziehen.

Treck nach Osten in den Beinen

Tatsächlich wurden die Rheinischen Kaltblüter Axel und Normen an den Start gebracht. Die hatten zwar den erst im Herbst absolvierten Planwagentreck nach Osten noch in den Beinen, waren allerdings kräftig und erfahren genug, durch die weiße Pracht zu traben. Maximal 15 Kilometer je Stunde.

„Die Piste war auf einer etwa 70 Zentimeter dicken Schneedecke professionell präpariert“, sagt Thomas Haselhoff. „Das kennen unsere Tiere natürlich nicht. Sie liefen anfangs wie auf rohen Eiern, haben sich aber bald gut darauf eingestellt“, so der Brücker. Ohnehin ging es auf dem Parkcours weniger um die Bewältigung von Hindernissen oder die Hatz nach Zeiten, sondern um den sehenswerten Auftritt an sich. Allemal wurde dem Gespann bescheinigt, dass es bei der Premiere eine gute Figur gemacht habe. Nicht minder Andreas Linden aus Wiesenburg, der auf dem Bock eines Einheimischen die Zügel fest in Händen hielt. Hunderte Zuschauer waren bei der Präsentation und dem Abschlusszeremoniell mit den Jaga-Krainern im örtlichen Heimatmuseum dabei.

Keine Fuhre im Hohen Fläming

„Die Chancen, dass in diesem Winter in der Mark noch der Schlitten angespannt werden kann, schwinden leider“ so Thomas Haselhoff nach dem eindrucksvollen Erlebnis. An den zwei Tagen, als es im Hohen Fläming etwas geschneit hat, reichte es nach Angaben des Landwirtes nicht aus für eine solche Fuhre. Der Blick richtet sich vielmehr auf die Organisation des Spektakels im Juni. Es findet diesmal unter dem Motto „Wilder Westen“ satt.

Von Rene Gaffron MAZ - 18.02.2019

Die Brück Kaltblüter nahmen im Salzburger Land an einer Schlittengala teil. Quelle: Sonja Bauer

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